Sonntag, 19. September 2010

Marcel Reich-Ranicki

Marcel Reich-Ranicki ist ein gnadenloser Literaturkritiker, nicht immer freundlich, aber, ohne Scheu, ehrlich. Ich muss gestehen, ich mochte ihn nicht. Gerade mit seiner offenen manchmal auch taktlosen Art hinterließ er bei mir einen unsympathischen Eindruck.  Als ich sein Buch „Mein Leben“ geschenkt bekam, war ich erst einmal verärgert, weil der Schenker sich nicht kundig gemacht hat, welche Bücher meinen Interessen nahe kommen.
Ich habe es in das hinterste Fach meines Bücherregals gelegt. Doch vor einigen Wochen habe ich mich erbarmt und es gelesen.
In seiner Lebensgeschichte benutzt er erstaunlicherweise einen anderen Ton, einen milderen. Er schildert die Kriegs- und Nachkriegszeit in knappen präzisen Sätzen. Sehr unterhaltsam, oftmals humorvoll. Die übergroße Liebe zu Literatur hatte ihn ständig begleitet. Schon als Schüler las er mit Vorliebe „Schiller“.

Mein Leben ist ein grandioses Buch, das gelesen werden sollte. Meine Meinung über diesen Mann hat sich im Laufe des Lesens geändert.  Er kritisiert nicht nur andere, sondern ausnahmsweise auch sich selbst.

Marcel Reich-Ranicki, 1920 in Polen geboren, ist einer der größten Literaturkritiker des 20. Jahrhunderts. Er behauptet von sich, nicht glücklich zu sein.

Lesen Sie dazu das Interview zu seinem 90. Geburtstag


Freitag, 3. September 2010

Mario Adorf: Ein Mann mit Format!


Kurz notiert:
Wo immer auch, der in Zürich geborene beliebte Schauspieler, Mario Adorf erscheint, ist Leben. In vielen Charakterrollen konnte man ihn bisher bewundern.  Ob es nun „Der große Bellheim“ oder „Der Schattenmann“ gewesen ist, die Rollen scheinen ihm auf den Leib geschrieben zu sein. Seine imposante männliche Erscheinung und Eleganz sind sein Markenzeichen. Mit dem Film „Nachts, wenn der Teufel kam“ feierte er 1957 sein Filmgebüt. Viele Filme folgten, in denen er immer eine starke Persönlichkeit darstellte. Er wird sich, wie er sagt, noch lange nicht zur Ruhe setzten. Dass er außerdem noch Zeit findet äußerst lesenswerte Bücher zu schreiben, wie "Himmel und Erde" ist erstaunlich.
Am  08.September 2010 wird  Mario Adorf 80 Jahre alt. Anlässlich seines Geburtstages wird man ihn in einem neuen zweiteiligen Film „Der letzte Patriarch“ im Fernsehen erleben dürfen.

Dieser wunderbare Mensch wird mit seiner schnell wechselnden Gesichtsmimik, die von grimmig bis liebevoll hin und her wandern kann, jeder Rolle gerecht. Als Charmeur, als Bösewicht oder als Mafiaboss. Auch heute noch ist Mario Adorf ein toller Mann!
Wünschen wir ihm, dass es lange noch so bleibt. 

Eine Weisheit von Mario Adorf: „Altern ist für mich eine Sache der kühlen Kontrolle. Ohne diese Seniorenheiterkeit.“

Dienstag, 24. August 2010

Wilhelm Busch





Heinrich Christian Wilhelm Busch, ein humoristischer Dichter und Maler, der jedermann bekannt sein dürfte, wurde am 15.4.1832 in Wiedensahl einem Dorf in der Nähe von Hannover geboren. Er war der Erstgeborene von insgesamt sieben Kindern. Gemeinsam mit den Eltern schienen sie eine fröhliche Familie gewesen zu sein. Die lustigen Bildergeschichten entsprachen jedoch nicht der ernsten zurückhaltenden Art von Wilhelm Busch.
Anfangs zeichnete und schrieb er, um für sein Studium etwas beizusteuern, dass von seinen Eltern finanziell unterstützt wurde. Busch selbst maß seinen Geschichten keinen großen Wert bei. Doch dann erschien 1859 seine erste Bildergeschichte. Viele eigene Erlebnisse, aus seiner Kinderzeit, packte er in seine humorvollen satirischen Geschichten mit hinein. Die bekanntesten seiner Art sind wohl die sieben Streiche von Max und Moritz.

Der klugen Leute Ungeschick
Stimmt uns besonders heiter;
Man fühlt doch für den Augenblick
Sich auch einmal gescheiter.
Wilhelm Busch
In dem Büchlein „Brevier“, das sein Selbstbildnis auf dem Umschlag darstellt, sind außer Max und Moritz, noch viele andere lustige Geschichten, wie zum Beispiel Hans Huckebein und der Maulwurf enthalten.
Das Buch ist bereits seit dreißig Jahren in meinem Besitz. Meinen Kindern habe ich daraus regelmäßig vorgelesen, bis sie es selbst lesen konnten. Wilhelm Busch galt als „Klassiker des deutschen Humors“. Er verstarb am 9.1.1908 in Mechtshausen.



Donnerstag, 19. August 2010

Jilliana Hoffman – Mädchenfänger


Das Buch „Mädchenfänger“ von Jilliana Hoffman befasst sich mit einem Thema, das aktuell und von äußerster Wichtigkeit ist. Denn das, was sie beschreibt, ist Realität.
Gerade junge Mädchen, die sich gerne im Internet tummeln, ihre Namen und Adressen preisgeben, SMS hin- und herschicken, sind die Betroffenen der neuen Methode von Missbrauch, hin bis zum Mord. Die Täter suchen sich ihre Opfer per Internet aus. Erhalten so Bildmaterial und viele persönlich Details von den Mädchen. Sie erschleichen sich mit falscher Identität im Netz das Vertrauen ihrer ausgewählten Opfer, bis schließlich ein Treffen vereinbart wird. Die Täter geben sich meist selbst als Jugendliche aus.

Die Protagonistin in diesem Roman ist die 13-jährige Lainey Emerson, die mit einem Jungen auf My Space gechattet hat und sich mit ihm trifft. Danach ist das Mädchen spurlos verschwunden. Da es des Öfteren vorkommt, dass Teenager von zuhause weglaufen, nimmt es die örtliche Polizei nicht sehr ernst.  Doch der Spezialagent Bobby Dees nimmt sich dieses Falles an, da er nicht ausschließen kann, das Lainey einem „Mädchenfänger„ in die Hände gefallen sein könnte. Dees, der auch seine eigene verschwundene Tochter suchen muss, wird in ein gefährliches Spiel hineingezogen.

Die Autorin Jilliana Hoffman ist 1967 geboren und auf Long Island, New York aufgewachsen.
Nach einem Studium in Kommunikationswissenschaften und Rechtswesen, begann sie 1996 eine Tätigkeit als stellvertretende Staatsanwältin. Seit 2003 arbeitet sie als freie Schriftstellerin. 2004 schrieb sie ihr Krimidebüt mit „Cupido“. Sie lebt mit ihrem Ehemann und ihren zwei Kindern in Florida.
Weitere Romane: „Morpheus“ und „Vater unser“


Montag, 9. August 2010

Wie der Soldat das Grammofon repariert - Saša Stanišic

Das Buch Wie der Soldat das Grammofon repariert des noch jungen Schriftstellers Saša Stanišic ist ein gelungenes Meisterwerk, das man gelesen haben sollte. Mit wunderschönen Geschichten, teils vermutlich autobiographisch, und Rückblicken auf seine Kindheit, lebt er sich durch die Wirren des Bosnienkrieges. Ohne Jammern und Wehklagen zaubert er in deutscher Sprache mit viel Erfindungsgeist ein wunderbares Buch, das durch die Vorkriegszeit, den Krieg selbst und die Flucht aus Bosnien nach Deutschland führt. Saša Stanišic beschreibt seine Geschichte bildhaft und nachvollziehbar. Heiter, melancholisch, besinnlich wird uns dieses gelungene Werk zum Lachen und Weinen bringen.

"Diesen Roman muss man lesen, wie
man Schokolade isst: nicht zu schnell und nicht alles auf ein Mal.
Damit man zu jeder Zeit spürt, wie gut und besonders das ist,
was man zu sich nimmt." 
   Christine Westermann, WDR2
     

1978 wurde Saša Stanišić in der Kleinstadt Višegrad in Bosnien geboren. Während des Bosnien-Krieges flüchtet er nach der Besetzung, mit seinen Eltern nach Süddeutschland. Dort besuchte er die internationale Geamtschule in Heidelberg wo auch sein schriftstellerisches Talent gefördert wurde. Er wechselte in das Gymnasium und studierte nach dem Abitur an der Uni Heidelberg Deutsch als Fremdsprache und Slawistik. Während seines Studiums schrieb er deutschsprachige Kurzgeschichten, poetische Texte, nahm an Anthologien teil, bis er im Winter 2004/05 am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig ein Studium aufnahm. Sein Debütroman legte er jedoch mit „Wie der Soldat das Grammofon repariert“ vor.
Lesen Sie das Interview!







Freitag, 6. August 2010

Warum lesen wir?


Es gibt sicherlich viele Antworten. Eines ist jedoch gewiss: Lesen macht Freude, Lesen entspannt, Lesen bildet!
Stellen Sie sich selbst die Frage: Warum lese ich? Lesen ist eine wunderbare Gelegenheit, sich aus dem Alltäglichen zurückzuziehen und in eine andere Welt zu entfliehen. Kaum sind die ersten Seiten gelesen, sind wir ein Teil der Geschichte geworden. Wir empfinden das gleiche Leid, die gleiche Freude wie der/die Protagonist/in und fiebern dem Ende entgegen, das leider nicht immer so ausgeht, wie wir es erhoffen. Wir sind vollkommen von der Geschichte gefangen, wollen das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Wenn wir es so empfinden, haben wir die richtige Wahl getroffen.
Bücher sind wie ein Kleinod. Wer sie besitzt und liebt, hütet sie wie einen Schatz. Gelesene Bücher bleiben in unserem Gedächtnis wie wohltuende Erinnerungen. Zu Hause in einer gemütlichen Ecke, bei einer Tasse Tee und besonders im Winter, ist das Lesen eines guten Buches wie Balsam für die Seele.
Aber auch im Urlaub oder für einen kurzen Moment zwischendurch können wir uns durch das Lesen entspannen, und vielleicht auch unseren Sorgen entrücken. Ein Buch hält uns wach, lässt uns leben und genießen.
Es gibt eine Menge Bücher, und die Auswahl ist nicht immer leicht. Wählen Sie Literatur nach Ihren Bedürfnissen, und versuchen Sie es mit verschiedenen Themen.  Jeder hat eine andere Einstellung zum Lesen und andere Interessen. Das ist gut so. Die freie Wahl ist wichtig. Das, was die Leser verbindet, ist das Lesen selbst. Ihnen fallen bestimmt einige Gründe ein, warum Sie lesen.
Wenn Sie jetzt gerne ein Buch lesen möchten, fangen Sie hier an, zu stöbern. Vielleicht ist die passende Lektüre für Sie dabei.
 
Ihre Rita Hajak