Donnerstag, 7. April 2016

Rita Hajak - Haus der Geheimnisse

Copyright Rita Hajak


Die Neuauflage meines Romans »Haus der Geheimnisse« ist als als E-book erschienen.
Eine Geschichte, die es in sich hat. Hier ist alles vertreten: Trauer, Liebe, Intrigen, Lügen, Verbrechen. Am Ende klärt sich einiges auf, was bisher im Verborgenen ruhte. Spannung ist garantiert und die Gegend in Cornwall ist auch schön beschrieben.

Inhalt:
Katja, eine junge Frau aus Hamburg, hofft, im Hause ihres ehemaligen Geschichtsprofessors in Cornwall, den Unfalltod ihrer Eltern zu überwinden. Katja bemerkt schnell, dass im Hause ihres Gastgebers Geheimnisse verborgen sind. Als sie von einem ungeklärten Verbrechen erfährt, gerät sie in tödliche Gefahr …

Leseprobe:
Völlig verkrampft kauerte Katja auf ihrem Sitz und presste angstvoll die Lippen aufeinander. Nach dem Tod ihrer Eltern hatte sie eine gewisse Flugangst. Aber Katja hatte eingesehen, dass es die schnellste Verbindung nach London war. Sie wollte stark sein und ihrer Angst die Stirn bieten. Zu ihrer Erleichterung verlief der Flug ruhig. Allmählich löste sich ihre Anspannung. Erst jetzt nahm sie die anderen Passagiere der voll besetzten Maschine wahr. Verstohlen blickte sie zu ihrem Sitznachbarn, der gemütlich zurückgelehnt in einem Buch las.
Sie schloss die Augen und döste vor sich hin. In der vergangenen Nacht hatte sie vor Aufregung kaum geschlafen. Sie musste an Markus denken. Er liebte sie. Aber liebte sie ihn auch? Darüber hatte sie sich bisher keine Gedanken gemacht, sah in ihm nicht mehr als einen guten Freund. Sie kannte ihn seit zehn Jahren, seit sie mit ihren Eltern in das Haus neben ihm gezogen war. Sie sind zusammen ins Kino oder in die Disco gegangen. Auch bei den Schulaufgaben war er ihr oft behilflich gewesen. Mit der Zeit hatte sich eine wunderbare Freundschaft entwickelt. Als sie vor drei Jahren von ihrem Freund verlassen wurde, war er es, der sie getröstet hatte. Aber musste sie ihn deshalb lieben?  Allerdings fiel ihr der Abschied heute Morgen auch nicht gerade leicht. Markus hatte es sich nicht nehmen lassen, sie zum Flughafen zu begleiten.
   Sie seufzte und musterte den Mann an ihrer Seite.
   Er schien ihren Blick gespürt zu haben. »Kann ich Ihnen helfen?« Seine Stimme klang warmherzig.
Katja schämte sich, als ihr bewusst wurde, dass sie ihn eine ganze Weile angestarrt haben musste.    Eine leichte Röte flog über ihr Gesicht. »Entschuldigen Sie, ich war in Gedanken. Es ist alles in Ordnung.« Sie hatte keine Lust, sich mit ihm zu unterhalten. Dennoch wirkte dieser Mann beruhigend auf sie. Wie alt mochte er sein? Um die Dreißig, wie Markus, dachte sie flüchtig.
    Der junge Mann lächelte belustigt. Er schien ihr kein Wort zu glauben. Sicher hätte er gerne mit ihr geplaudert. Aber worüber? Über ihre Trauer? Über Markus? Er war ein Fremder für sie.
    Entschieden wandte sie ihr Gesicht zur Seite und schaute aus dem kleinen Fenster auf die dichte Wolkendecke. Sie wollte ihre Ruhe haben und schloss die Augen. Sie erwachte erst, als die bevorstehende Landung des Flugzeugs angekündigt wurde. Unmittelbar danach ebbte das Geräusch der Turbinen etwas ab, und sie spürte am Druck in ihren Ohren, dass die Maschine an Höhe verlor.
Katja atmete erleichtert auf, als das Flugzeug sicher gelandet war.
    Ihr Sitznachbar nickte ihr zum Abschied freundlich zu. Katja nickte lächelnd zurück.
Die weiterreisenden Passagiere fuhren mit der Expressbahn in kurzer Zeit direkt in den Bahnhof von Paddington ein. Der Zug nach Cornwall stand abfahrbereit am Bahnsteig.
    Katja hatte einen Fensterplatz gefunden und schaute nachdenklich hinaus. Links und rechts neben den Gleisen erhoben sich blühende Büsche und Hecken, die wenig Blick auf die Umgebung freigaben. Ein schöner, weiter Ausblick auf die Landschaft bot sich ihr bei der Überfahrt einer hohen, aus hellem Stein gemauerten Brücke. Unter ihr sah sie saftige, grüne Wiesen und bunte Blumen.
    Sie fragte sich, was sie bei Tom Graham wohl erwarten würde. Über sein Privatleben wusste sie wenig. Er war Witwer und hatte einen Sohn in ihrem Alter. Mehr wollte er anscheinend nicht preisgeben. Während ihrer Studienzeit an der Hamburger Universität hatte sich zwischen ihnen beiden ein warmherziges Verhältnis entwickelt. Mr. Graham hielt dort als Gastprofessor viele Jahre Vorlesungen in Kunstgeschichte, einem ihrer Lieblingsfächer. Kurz vor seinem Geburtstag trat er in den Ruhestand und kehrte nach England zurück. Ob sie sich richtig entschieden hatte, dorthin zu reisen? In ein fremdes Land, wo sie außer ihn niemand kannte?

Ein Roman der zu Herzen geht. Ich wünsche angenehmes Lesevergnügen!

Ihre Rita Hajak

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